Ralf Klenk

Schwitzen für Erfolg – Interview mit Ralf Klenk

Ralf Klenk

Generalbevollmächtigter
Kaco New Energy GmbH

„Manager zu sein und Marathon zu laufen, das passt gut zusammen. Beides hat mit Durchhaltevermögen und Bodenständigkeit zu tun“. Ralf Klenk (geb. 1958), 1983 Gründer der Bechtle AG und heute Generalbevollmächtigter der Kaco New Energy GmbH in Neckarsulm, einem Unternehmen das unter anderem Wechselrichter für Photovoltaik-Anlagen produziert, ist durch und durch leistungsorientiert, auch im Sport. Klenk braucht den Wettkampf, sonst fängt er an „zu schlampern“. Bestzeiten von 1:28 Stunden über die Halbmarathondistanz und 3:09 Stunden beim Marathon zeigen sein Potential. Die 3-Stundengrenze zu knacken, wie es in Deutschland gerade mal 5 Prozent der Marathonläufer schaffen, das könnte für den Top-Manager künftig nochmal ein Ziel sein.

2009 und 2010 legte der leidenschaftliche Halb- und Marathonläufer eine sportliche Pause ein, zu Gunsten des Aufbaus seiner Stiftung "Große Hilfe für kleine Helden". Ziel der Stiftung ist es schwerkranke Kinder und ihren Eltern zu unterstützen. Auslöser für die Stiftungsgründung war die eigene Erfahrung mit dem Verlust eines Kindes nach Krebserkrankung. Die Stiftung ist nun gut aufgestellt, der Kopf frei für neue Herausforderungen, wozu auch der Marathon zählt.

Das Marathonlaufen lebt er sowohl als Einzelkämpfer, als auch als Mannschaftssport. Seinen Lauf beim Alpinmarathon K42 in Davos in sehr guten 4:44 Stunden empfand er als bisher größte sportliche Herausforderung. Und ausgerechnet als Mitglied einer Triathlon-Staffel beim Langdistanz-Triathlon Challenge in Roth, bei der er neben einem Schwimmer und Radfahrer den abschließenden Laufpart übernahm, motivierte er sich zu seiner bisherigen Marathon-Bestleistung.

 

Andreas Butz: Mitte Mai 2011 sind Sie in Hamburg ihren bisher letzten Marathon gelaufen. Wie lief es?
Ralf Klenk: Traditionell ist für mich der Hamburg Marathon quasi die Eröffnung der Laufsaison. Dieses Jahr habe ich – nach 2 Jahren „Laufpause“ – den Marathon in exakt 3:30:19 Stunden bei schönem Wetter und traumhafter Atmosphäre wieder voll genossen.
Andreas Butz: Was hat Sie ursprünglich zum Laufen und später zum Marathonlaufen geführt?
Ralf Klenk: Früher trafen wir uns im Freundeskreis immer sonntagvormittags zum Waldlauf. Die Strecke von ca. 8 km bewältigten wir in gut 40 Minuten. Auf einem dieser Läufe ist Anfang 2000 dann die „verrückte“ Idee gereift, dass wir einmal einen Marathon laufen sollten.
Andreas Butz: Und wie ging es dann weiter?
Ralf Klenk: Gesagt, getan! Im nächsten Jahr (2000) haben wir am Regensburg Marathon teilgenommen - ohne wirkliche Vorbereitung und bei einer „Sau-Hitze“ (ca. 36 °C); ein mörderischer Lauf. Ab Kilometer 25 wollte ich nur noch raus. Schlussendlich sind wir aber alle unter 4 Stunden gelaufen oder besser gesagt: Haben uns ins Ziel geschleppt (Klenk lächelt dabei).
Andreas Butz: Haben Sie aus dieser Erfahrung etwas für sich mitgenommen?
Ralf Klenk: Ja, natürlich. Es ist doch dasselbe, als Führungskraft oder Manager im Unternehmen: Von nichts kommt nichts! Ohne Disziplin, Konsequenz und Ziele erreicht man eben nichts, und so haben wir systematisch und mit viel Beharrlichkeit begonnen zu trainieren und uns auf die nächsten Wettkämpfe vorzubereiten.
Andreas Butz: Wie oft laufen Sie pro Woche und wie organisieren Sie Ihr Lauftraining zwischen all den Verpflichtungen als Top-Manager und Familienmensch?
Ralf Klenk: Außerhalb der Saison mindestens 2 Mal pro Woche und in der direkten Vorbereitung dann 5 Mal pro Woche. Bezüglich der Organisation ist dies kein Problem, wenn man es fest in den Tagesablauf einplant. Ich persönlich laufe gerne nach der Arbeit, so ab 19.00 oder 20.00 Uhr, und verarbeite dabei dann durchaus nochmal den Tag und komme „zufrieden“ und entspannt in den Abend.
Andreas Butz: Welche Eigenschaften haben Marathonläufer und Manager gemeinsam?
Ralf Klenk: Man erreicht seine Ziele nur über Beharrlichkeit. Man muss durchhalten und sich auch immer wieder mal selbst motivieren. Wie im Unternehmen als Führungskraft muss man langfristig „ankommen“ und erfolgreich sein. Nicht der Augenblickserfolg ist entscheidend, sondern die Umsetzung einer auf das Ziel ausgerichteten Strategie.
Andreas Butz: Immer mehr Firmenläufe über 5 bis 6 Kilometer und Team-Staffeln werden veranstaltet. Ist das Laufen auf dem Weg zu einer in der Wirtschaft anerkannten Team-Bildungsmaßnahme?
Ralf Klenk: Ja klar! Diese Firmenläufe sind klasse, und eine Distanz von 5 bis 6 Kilometern kann ja auch von jedem Mitarbeiter bewältigt werden. Das gemeinsame Erleben, das Erfolgsgefühl, wenn man als Team angekommen ist, das schweißt zusammen und führt auch im Unternehmen zu einer viel besseren und harmonischeren Zusammenarbeit. Meine persönliche Erfahrung ist, dass gerade durch das Wegfallen der Hierarchieebenen im Sport die gegenseitige Wertschätzung und der Umgang miteinander besser ist und „Erfolgserlebnisse“ dann auch im Unternehmen gemeinsam (gefeiert und) erlebt werden.
Andreas Butz: Zum Abschluss: Warum würden Sie das Laufen auch Ihren Mitarbeitern empfehlen? Und warum die Erfahrung Marathon?
Ralf Klenk: Zunächst einmal: Laufen, aber auch Bewegung und Sport jeder Art empfehle ich uneingeschränkt und jedem. Die Erfahrung Marathon ist dabei sicherlich etwas ganz außergewöhnliches. Man überschreitet die Grenzen seiner eigenen Leistungsfähigkeit und wird dafür mit einem persönlichen Glücksgefühl belohnt, dass man so gar nicht wiedergeben kann und das man im normalen Alltag so einfach nicht erlebt.
Andreas Butz: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg bei der Umsetzung Ihrer Pläne!
Juni 2011