Michael Burkert

Schwitzen für Erfolg – Interview mit Michael Burkert

Michael Burkert

Geschäftsführer der Saarland Spielbanken GmbH und Saarland-Sporttoto GmbH

Am 30. September 2012 will er es wieder wissen. Zwei Jahre nach seiner Marathonpremiere beim Berlin Marathon 2010 möchte Michael Burkert, Geschäftsführer der Saarland Spielbanken GmbH und Saarland-Sporttoto GmbH seine Erlebnisse wiederholen: den lockeren Frühstückslauf am Vorwettkampftag, mit internationaler Beteiligung und abschließenden Einlaufen in das Olympiastadion. Die stimmungsvolle Musik am Start. Die motivierende Atmosphäre auf der Marathonstrecke trotz Regenwetter. Das Vorbeilaufen an der Siegessäule und die aufkommenden Erinnerungen an seine Kindheit in Berlin. Nur dem »Toten Punkt« bei Kilometer 32, dem möchte der Lotto- und Spielbanken-Chef Michael Burkert durch eine noch bessere Vorbereitung diesmal aus dem Weg gehen, bzw. laufen.

Mehrere Impulse haben Michael Burkert (Jahrgang 1952) erst 2004 zum Laufen gebracht. Da war zunächst der Traum in der Türkei, vom eigenen Urlaubshotel zum in drei Kilometern entfernten Nachbarhotel laufen zu können, dort in den Pool zu springen, auf der Terrasse anschließend genüsslich eine Tasse Kaffee zu trinken und dann wieder glücklich zurücklaufen. Für den heute leidenschaftlichen Dauerläufer und Präsidenten eines Sportvereins war dies damals ein weiter Weg. Denn parallel zu seiner beruflichen Karriere hatte er eine Entwicklung erlebt, die er mit vielen Menschen teilt. Die Freizeit wurde karrierebedingt knapper, der Sport trat in den Hintergrund, aber die Vorliebe für gutes Essen und einen gepflegten Wein blieb. Und auf einmal zeigte die Waage 104 kg und das Schnaufen beim Treppensteigen wurde heftiger. Der 2005 bevorstehende auch physisch anstrengende Wahlkampf um das Amt des Stadtverbandspräsidenten war der zweite Impuls an seiner Fitness zu arbeiten. Er gewann den Wahlkampf und blieb weiter am Laufen.

Warum Michael Burkert auch über den Kraftakt Berlin-Marathon 2010 den Laufschuhen treu geblieben ist, verriet er Andreas Butz im Interview:

 

Andreas Butz: Herr Burkert, nicht wenige Läufer sagen nach dem ersten Marathon »Einmal und nie wieder«’. Warum sind sie den Laufschuhen treu geblieben?
Michael Burkert: Ohne Laufen geht es nicht mehr. Nach anstrengenden Sitzungen, auf Dienstreisen am Morgen vor dem Frühstück im Hotel, am Wochenende, wenn die Familie noch schläft, gehört das Laufen inzwischen zum Alltag. Geht es mal nicht, werde ich schnell unausgeglichen, unzufrieden. Und das regelmäßige Training für einen Marathon führt zu Disziplin und einem konsequentem Zeitmanagement. Einmal ist keinmal.
Andreas Butz: Vor ihrer Marathonpremiere hat die Saarbrücker Ausgabe der BILD-Zeitung von ihren Marathonplänen mit Foto berichtet. Hat Sie der erzeugte Erwartungsdruck angespornt oder gehemmt?
Michael Burkert: Es haben viele mitbekommen, dass ich laufe. Natürlich war dann auch ein sehr hoher Erwartungsdruck, den ich verspürte. Aber, wenn ich es nicht geschafft hätte, klar war: »Der Weg ist bereits das Ziel«.
Andreas Butz: Hat sich Ihre Lauffreude auch auf ihr Umfeld ausgewirkt? Müssen jetzt Freunde und Mitarbeiter mit Ihnen laufen um sie einmal persönlich zu sprechen?
Michael Burkert: Wir sind eine sehr sportliche Firma, nicht nur, weil wir der größte Förderer und Sponsor des Sports im Saarland sind. Es ist dann sicher nicht schlecht, wenn der Chef auch Sport treibt. Aber außer einem gemeinsamen Firmenlauf, die Kommunikation mit Mitarbeitern und Freunden, passiert nichts beim Laufen.
Andreas Butz: Sie waren lange Jahre hauptberuflich in der Politik engagiert. Auch von Berliner Politikern hört man hin und wieder, dass sie regelmäßig durch den Tiergarten laufen. Warum denken Sie, können Politiker - über die gesundheitlichen Aspekte hinaus - von der Erfahrung Marathon profitieren?
Michael Burkert: Laufen kann jedem Menschen, egal an welcher Stelle, helfen. Dies gilt ganz besonders in Führungspositionen in der Politik. Beim Laufen entstehen nicht nur die besten Reden und Projektideen, sondern Ärger wird verarbeitet, Probleme gelöst. Viele Politiker, die ich kenne, laufen und allen tut es gut.
Andreas Butz: Warum haben Sie sich für ihren zweiten Marathon wieder den Berlin-Marathon ausgesucht und nicht einen der anderen internationalen Top-Marathons oder einen Marathon in Heimatnähe?
Michael Burkert: Berlin ist meine Lieblingsstadt, da bin ich geboren und immer wieder gern. Der erste Marathon war verregnet, nun möchte ich die Stadt beim zweiten Lauf mehr genießen können. Und ich gestehe, ich bin mehr ein Frühjahrs- und Sommerläufer, der die Natur und Wärme liebt und da ist die Vorbereitung für einen Herbstmarathon etwas einfacher.
Andreas Butz: Zum Abschluss bitte ihr Plädoyer für Menschen die auch gerade jetzt etwas für ihre Fitness tun wollen. Wie gelingt aus ihrer Sicht der perfekte Einstieg?
Michael Burkert: Nichts ist unmöglich. Mit einem kleinen Intervallprogramm beginnen, sich Ziele stecken, neue Strecken erlaufen, fitter werden. Alles ist mit Laufen möglich. Es muss ja nicht gleich ein Marathon sein.
Andreas Butz: Herzlichen Dank für das Interview!
Februar, 2012